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Gesellschaftsrecht Schweiz/Deutschland

Ihre Anwälte für Gesellschaftsrecht

Unsere Rechtsanwaltskanzlei bietet Firmen und Privatpersonen eine vollumfängliche Beratung in wirtschafts-, gesellschafts- und handelsrechtlichen Belangen an.

Schweizer Recht - Deutsches Recht - Gesellschaftsrecht

Schweizer und Deutsches Gesellschaftsrecht

Die hier aufgeführten Unternehmensformen gibt einen ersten Überblick über die häufigsten Rechtsform im schweizerischen und deutschen Gesellschaftsrecht:

  1. Kollektivgesellschaft (Die Gesellschafter einer Kollektivgesellschaft haften mit ihrem gesamten Privatvermögen)
  2. Einzelunternehmung
  3. Einfache Gesellschaft
  4. Aktiengesellschaft
  5. Genossenschaft
  6. Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Wirtschaftsrecht Schweiz/Deutschland

Aktiengesellschaft (in der Schweiz)

Eine Aktiengesellschaft ist im schweizerischen Gesellschaftsrecht eine Rechtsform einer Kapitalgesellschaft, welche sich für Firmen mit einer gewissen Unternehmensgrösse eignet. Diese Gesellschaftsstruktur ist eine von den Aktionären relativ unabhängige Struktur. Rechtsgeschäfte können durch die Organe der AG vorgenommen werden. In einer Aktiengesellschaft ist die strategische Führung Aufgabe des Verwaltungsrates, die operative Führung ist die Aufgabe der Geschäftsleitung. Eine AG kann u.a. Arbeitsverträge mit seinen Arbeitnehmern machen. Vertragsrechtliche Grundlagen über die AG findet man im schweizerischen Obligationenrecht. Der Begriff Obligation bedeutet Vertrag. Das Obligationenrecht ist Gesetzbuch, in welchen man Bestimmungen zur Unternehmensführung und zu Gesellschaftsgründungen findet. Die Haftung einer Aktiengesellschaft ist beschränkt, d.h. die Haftung der AG beschränkt sich auf das Aktienkapital. Bei der Gründung einer AG braucht es mindestens drei juristische oder natürliche Personen. Hierbei geht es darum, dass in erster Linie der Verwaltungsrat und die Organe der AG, wie z.B. auch der Geschäftsführer bestimmt werden müssen. Zudem wird eine unabhängige Revisionsstelle mit der Überprüfung der Buchhaltung beauftragt. Die Gründung der AG kann man in den folgenden Schritten vornehmen:

  • Sicherstellung der personellen, finanziellen und strukturellen Funktionsfähigkeit der AG
    • Gründer verfassen die notwendigen Unternehmensbeschlüsse in Form von Statuten (Checkliste bei der Gründung)
    • Aktien zeichnen
    • mindestens CHF 50'000.- müssen liberiert sein
    • Handelsregistereintrag

Die Generalversammlung (GV) der Aktionäre stellt das oberste Organ einer Aktiengesellschaft dar. Die GV hat folgende unübertragbaren Kompetenzen:

  • Änderungen der Statuten
  • Wahl der Revisionsstellenmitglieder
  • Wahl des Verwaltungsrats
  • Beschlussfassung über Aktienkapitalherabsetzung bzw. Aktienkapitalerhöhung
  • Abberufung des Verwaltungsrats (Aufgaben Verwaltungsrat)
  • Entlastung des Verwaltungsrates

Es ist eine Voraussetzung, dass die Mitglieder des Verwaltungsrates Aktionäre sind. Diese können alle Angelegenheiten, welche nicht durch das Gesetz oder die Statuten geregelt sind, anhand von Beschlüssen regeln. Sofern die Statuten der Gesellschafterversammlung Kompetenzen einräumt, ist diese ausdrücklich dafür verantwortlich. Aktionäre haben nur eine Pflicht, sie müssen die erhaltenen Aktien bezahlen. Aktionäre haben aber auch Rechte. Im folgenden finden Sie eine Kurze Übersicht:

  • Recht auf einen Anteil des Unternehmensgewinns
  • Recht auf einen Anteil des Liquidationsertrags
  • jährlicher Geschäftsbericht 
  • Einladung für die Generalversammlung
  • Stimmrecht an der GV
  • Einsichtsrechte in den Geschäftsgang der Firma
  • Sofern keine Vinkulierung (Aktionärbindungsvertrag) besteht, können die Aktionäre ihre Aktien frei übertragen
  • Bei einer AG können die Aktionäre höchstens ihr eingezahltes Aktienkapital verlieren.

Der Vorteil der Rechtsform in der Struktur einer AG ist, dass sich diese sehr schnell und effektiv an die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gegebenheiten und Veränderungen anpassen kann und damit für die Erwirtschaftung eines Unternehmenserfolgs durch die Anlage des Aktienkapitals optimal gewährleistet ist.

 

Zusammenfassende Informationen über die AG

  • Einfache Kapitalbeschaffung (Erhöhung Aktienkapital)
  • Anonymität der Gesellschafter
  • Nur das Gesellschaftsvermögen haftet
  • Sicherheit bezüglich grobfahrlässigen Managementfehlern, d.h. Sorgfalts- und Treuepflicht ist gesetzlich verankert (OR 717, 752 – 760)
  • Das Mindestkapital beträgt CHF 100000
  • eine Revisionsstelle, deren Mitglieder, deren Unabhängigkeit sowie deren Aufgaben und Pflichten sind gesetzlich vorgeschrieben (OR 727 – 731) en.

Hier finden Sie eine Übersicht zu den Vor- und Nachteilen einer AG.

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH in der Schweiz)

Merkmale einer GmbH

Nur das Gesellschaftsvermögen haftet

  • Das Stammkapital beträgt CHF 20000
  • Gesetzlich nicht so streng beaufsichtigt wie die AG
  • Bezüglich Verantwortlichkeit gelten dieselben Regeln wie beim Aktienrecht (OR 827)
  • Keine Anonymität der Gesellschafter (Eintrag der Namen ins Handelsregister)
  • Mehr an Personen gebunden

Die GmbH wird in der Umgangssprache oft auch als die Aktiengesellschaft der einfachen Leute bezeichnet. In den letzten zehn Jahren wurden in der Schweiz ca. 50'000 Untenehmens-Neugründungen in Form einer GmbH gemacht. Dies unterstreicht die Popularität dieser Unternehmensform.

 

Mindestens zwei Gesellschafter sind zur Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung notwendig. Ausserdem bedarf es einer öffentlichen Beurkundung in Form von Statuten. Die Statuten müssen Bestimmungen über die Geschäftsführung enthalten. Die Rechtspersönlichkeit der GmbH wird mit ihrem Eintrag ins Handelsregister erlangt. In den Statuten muss die Höhe des Stammkapitals definiert werden. Das Stammkapital sollte mindestens CHF 20 '000.- und höchstens CHF 2'000'000.- betragen. Der minimale Stammanteil pro Gesellschafter beträgt CHF 1'000.- . 

Bei der Gründung der GmbH sollte mindestens 50 Prozent des Stammanteils eingezahlt sein. In erster Linie wird die Haftung für Schulden des Unternehmens durch das Stammkapital beschränkt. Die Gesellschafter der GmbH haften solidarisch und subsidiär bis zur Höhe des nicht einbezahlten Stammkapitals. Eine Nachschusspflicht besteht nur, wenn dies in den Statuten festgehalten wurde. Die Vertretung der GmbH und die Führung des operativen Geschäfts haben die Gesellschafter gemeinsam inne, es sei denn die Statuten bestimmen etwas anderes. Mindestens ein Geschäftsführer muss seinen Wohnsitz in der Schweiz haben. 

 

Die GmgH gilt als flexibel und eignet sich bestens für KMU's, welche auf einem nationalen und internationalen Markt tätig sind und sich schnell den Verhältnissen anpassen möchten. Weitere Vor- und Nachteile der GmbH finden Sie hier.

 

Die Steuern in der Schweiz

Wer ist in der Schweiz steuerpflichtig?

Direkte Bundessteuer

  • Natürliche Personen, die in der Schweiz ihren Wohnsitz oder ihren Aufenthalt haben
  • Juristische Personen, die ihren Sitz oder ihre Betriebsstätte in der Schweiz haben (vgl. BV Art. 128
  • Bei Juristische Personen in Form einer Abgabe auf den Unternehmensgewinn

Steuerhinterziehung / Steuerbetrug 

Bei der Steuerhinterziehung werden Einkommens- oder Vermögensteile in der Steuererklärung verschwiegen, während beim Steuerbetrug
aktiv falsche Angaben gemacht werden, mit der Absicht, die Steuerbehörden über die wahren Begebenheiten zu täuschen.

 

Eine Zusammenfassung über das schweizerische Steuersystem finden Sie hier.

 

Kapitalgesellschaften

Kapitalgesellschaften müssen Gewinnsteuern zahlen, sofern diese den Unternehmenssitz oder eine Verwaltungsstelle in der Schweiz haben.

 

Vereine, Stiftungen und übrige Juristische Personen

Stiftungen, Vereine und andere juristische Personen unterliegen einem fest definierten Steuersatz. Dieser wird auf dem Reingewinn erhoben.

 

Vereine: Rechtsgrundlage in der Bundesverfassung

  • Die Vereinigungsfreiheit ist gewährleistet
  • Jede Person hat das Recht, Vereinigungen beizutreten oder anzugehören und sich an den Tätigkeiten von Vereinigungen zu beteiligen.
  • Niemand darf gezwungen werden, einer Vereinigung beizutreten oder anzugehören.


Was gibt es für Vereine?

  • sportliche Vereine
  • gesellige Vereine
  • kulturelle Vereine
  • politische Vereine

Verein

Statuten
Ein Verein entsteht mit der Ausarbeitung und Annahme schriftlicher Statuten. Diese müssen über den Zweck, seine Mittel und seine Organisation Auskunft geben.
 
Das ZGB schreibt den Statuten einige zwingende Rechtsnormen vor.

Zweck
Warum gibt es diesen Verein?

Mittel
Woher kommt das Geld?

Revisoren
Sie dürfen nicht im Vorstand sitzen. Als Vertreter der Mitglieder prüfen sie die Rechnungsführung und Vermögensverwaltung des Vereins sowie die Tätigkeit des Vorstandes.

 

Verrechnungssteuer

Die Verrechnungssteuer ist ein Instrument zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung. Sie ist eine Quellensteuer des Bundes, die auf dem Ertrag von Zinsen und Dividenden sowie auf einzelne Versicherungsleistungen erhöben wird. Beim korrekten Erfüllen der Deklarationspflicht mit der Steuerschuld, wird die erhobene Steuerbetrag zurückerstattet oder mit ausstehenden Forderungen verrechnet.

 

Wie erhalten die Steuerpflichtigen die Verrechnungssteuer zurück?

  • Man deklariert im Wertschriftenverzeichnis das Kapital per 31. Dezember des entsprechenden Jahres als Vermögen und den daraus resultierenden Bruttozins, ebenso einen allfälligen Brutto-Lottogewinn als Einkommen.
  • Die von der Bank bzw. von der Lottogesellschaft bereits abgezogene Verrechnungssteuer wird zurückerstattet oder mit dem Steuerbetrag verrechnet, wenn das Wertschriftenverzeichnis mit integriertem Rückerstattungsantrag vollständig ausgefüllt worden ist.

Mehrwertsteuer

Die Mehrwertsteuer wird auf allen Stufen der Produktion und Verteilung, beim Import und bei inländischen Dienstleistungen erhoben. Steuerpflichtig sind selbständig Erwerbende, welche einen Umsatz aufweisen, der höher als CHF 100'000.- ist. Die gesetzlichen Grundlagen sowie die aktuellen Mehrwertsteuersätze finden Sie hier (Admin MWstG). 

 

Stempelabgaben: Abhabe auf Emissonen,  Umsatzabgabe, Abgabe auf Versicherungsprämien

Die Stempelabgabe ist eine vom Bund erhobene Steuer, welche auf bestimmte Vorgänge des Rechtsverkehres erhoben wird (z.B. Kapitalbeschaffung, Kapitalverkehr, Handel mit Wertschriften...)

 

Kantonale Steuern

 Jeder Kanton und jede Gemeinde kann seine eigenen Steuern erheben. Dieser steuerliche Wettbewerb führt zu einer Konkurrenzsituation mit unterschiedlichen Besteuerungen von Steuersubjekten, je nach dem, in welchem Kanton oder in welcher Gemeinde ihr Wohn- bzw. ihr Geschäftssitz liegt. Die Schweiz hat aus diesem Grund verglichen mit dem Ausland relativ geringe Steuersätze. Ausländische Investoren und reiche Privatpersonen finden in der Schweiz gute Rahmenbedingungen vor. 

 

Holding - und Beteiligungsgesellschaften

Bei den Gewinnsteuern haben Holdings Steuererleichterungen, auch die Kapitalsteuer ist vermindert.

 

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